Die Entstehung der Wasserburger Feuerhexen und unsere Einzelmaske, der Scharfrichter

Die Entstehung der Feuerhexen

Nachdem die Fasnet in Wasserburg in den 80er Jahren eher einen Dornröschenschlaf hielt, weckte in den 90er Jahren die Teilnahme an der alle zwei Jahre in Nonnenhorn stattfindenden Wagenfastnacht den Wunsch zu mehr. So schlossen sich daher einige junge, und auch ältere, Wasserburger zu einer losen Hexentruppe zusammen, die am Fasnetsdienstag die Straßen und Läden in Wasserburg unsicher machten, auch am Kinderumzug und Kinderball des Kindergartens wurde teilgenommen. Das erste "Häs" bestand zu dieser Zeit aus Rock, Kittelschürze und Gummimaske. In der Fasnet 2003 wurde dann das erste gemeinsame Häs getragen.

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In 2003 fiel dann die Entscheidung die Fasnet in Wasserburg auf neue Beine zu stellen, und so gründeten im Sommer 2003 13 Personen die "Wasserburger Feuerhexen e.V.". Historisch wurde dabei auf die in Wasserburg im 17. Jahrhunder stattfindenden Hexenprozesse Bezug genommen.
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Als dörfliche Narrenzunft haben wir uns neben eines moderaten Wachstums des Vereines die Wiederbelebung der Fasnet im Dorf zum Ziel gesetzt. Seit 2004 wird daher auf dem Lindenplatz der Narrenbaum als Zeichen für die Herrschaft der Narren gestellt, die durch die Entmachtung des Bürgermeisters beim Rathaussturm proklamiert wird. Seit dem Jahre 2006 führen wir unseren traditionellen Kinderumzug mit Kinderball in eigener Regie durch.

Wasserburger Feuerhexe


Seit April 2018 umfasst unser Verein insgesamt 152 Mitglieder, davon 36 Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 17 Jahren, 96 aktive Maskenträger und 20 passive Mitglieder. Unser ältestes Mitglied wurde im Januar 86 Jahre alt.

Der Scharfrichter (Züchtiger) von Wasserburg

von 1597 bis 1664

Der Scharfrichter galt in der damaligen Zeit als unrein und ehrlos. Sie wohnten am Stadtrand und niemand aus der Bevölkerung pflegte mit ihnen Gemeinschaft. Kleinere Herrschaften wie Wasserburg konnten sich keinen eigenen Scharfrichter halten deshalb wurden sie je nach Bedarf von umliegenden Städten ausgeliehen. Die Scharfrichter waren durchaus vermögende Leute da sie die Überreste der Hingerichteten verkauften, denn diesen wurden magische Kräfte nachgesagt. Nachdem sie sich gut in der Anatomie beim Mensch wie beim Tier auskannten, waren sie auch Tierärzte.
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Der Scharfrichter war zuständig zur Vollstreckung des Urteils aber er war auch an peinlichen Befragungen und Folterungen beteiligt.
Methoden der Folterung: Das Anlegen von Bein- und Daumenschrauben, beträufeln mit brennendem Pech oder man verbrannte den Angeklagten mit einer Fackel. Ebenfalls überliefert ist das Baden in Säure und auch das Brechen von Knochen oder das Auskugeln von Gelenken.
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In dem Zeitraum der Wasserburger Hexenprozesse wurden insgesamt 31 Prozesse abgehalten. Von den 31 Angeklagten Personen wurden 25 hingerichtet, vier wurden frei gelassen, eine ist geflohen und eine beging Selbstmord. Unter den 25 hingerichteten Personen waren auch zwei Kinder, eines 9 und das Andere 11 Jahre alt.
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In der damaligen Zeit suchte man Schuldige für Unwetter, Naturkatastrophen, Hungersnot und Krankheiten. In dem Zeitraum von 1650 bis 1658 wurde angeblich die „Wasserburger Birne“ erfunden. Diese ist nicht wie vermutet ein Folterinstrument, sondern diese Apparatur wurde den Verurteilten in den Mund gelegt und so weit aufgedreht bis diese den Mund nicht mehr schließen konnten. Dadurch wurden unerwünschte Aussagen auf dem Weg zur Hinrichtung verhindert.
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In Gedenken an die Verurteilten steht oberhalb vom Ortsteil Hege ein hohes Kreuz. An diesem Punkt vermutet man den Richtplatz.

Das Häs des Scharfrichters

Die Holzmaske ist in grimmigen, düsteren Gesichtszügen gehalten. Diese kann mit einer Gugel getragen werden, jedoch auch ohne, da die Maske komplett mit Haupthaar versehen wurde.

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Das mittelalterliche Gewand besteht aus einer langärmligen grauen Tunika, einer schwarzen Hose und schwarzen schweren Schuhen.
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An beiden Armen trägt er braune Lederarmstulpen und schwarze Handschuhe.
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An dem breiten braunen Ledergürtel können verschiedene Dinge befestigt werden. Hierzu zählen der Schlüsselbund für Kerker, Handschellen aus Metall sowie diverse Metallschlösser. Als weiteres Zubehör wären denkbar eine Schandgeige, ein Richtschwert und ein Henkerseil.

Maske des Scharfrichters


Wasserburger Feuerhexen e.V.

Postfach 83

88140 Wasserburg (Bodensee)

 

info@wasserburger-feuerhexen.de